Das alte Paradigma der Pyramide
das Paradigma der Pyramide verkörpert eine Weltordnung, wie sie uns seit Beginn unserer historischen Aufzeichnungen nicht anders bekannt ist. Wir sind so sehr mit diesem System bekannt und verwoben, das wir uns schon kaum noch vorstellen können, das es auch anders sein könnte, was aber der Fall ist.
Schauen wir uns nun im folgenden an, wie unser gegenwärtiges System in all seinen Aspekten aufgebaut ist und ob es unserer menschlichen Natur entspricht.
[Bild: Gesellschaftspyramide]
Inhaltsverzeichnis:
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Grundcharakter der Pyramide
1.1 Streng hierarchische Struktur in allen Lebensbereichen
1.2 Patriarchat -
Die Pyramide wiederholt sich auf jeder untergeordneten Gesellschaftsebene erneut; bis hinunter zum einzelnen Menschen
3.1 Die Pyramidenstruktur existiert auch innerhalb der führenden Nationen
3.2 Die Pyramidenstruktur in den Familien
3.3 Die Pyramidenstruktur innerhalb des einzelnen Menschen -
Die menschliche Gesellschaft im System der Pyramide
4.1 Verknüpfung von Macht mit Besitz, Recht des Stärkeren
4.2 Der Einzelne tendiert dazu, zu versuchen in der Pyramidenhierarchie "nach oben" zu kommen
4.3 Materialismus und Selbstdefinition als und innerhalb der Materie
4.4 Fazit: Eine stereotype, unbarmherzige und unkreative Gesellschaft -
Zusammenfassung, Bewertung, Beurteilung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Bewertung und Beurteilung
7.3 Ausblick
1. Grundcharakter der Pyramide:
1.1 Streng hierarchische Struktur in allen Lebensbereichen
Grundsätzlich zeichnet sich die Weltordnung der Pyramide durch eine hierarchische und autoritäre Ordnung in allen Aspekten des Lebens aus. Menschen begegnen sich dabei nicht gleichgestellt, sondern sind in soziale Klassen unterteilt. Die unteren Klassen werden dabei in jedem Aspekt von den oberen Klassen beherrscht.
Im Paradigma der Pyramide gibt es Führungspersonen und richtungsgebende Kräfte auf jeder Ebene der Gesellschaft, die den Menschen Anweisungen geben, was sie tun und lassen und oft auch direkt- oder indirekt denken und meinen sollten. Beispiele sind hierfür z.B.: Regierungen, Polizei, religiöse Führung, Eltern, Lehrer, öffentliche Meinung, etc.
Da die Mehrheit der Menschen nicht in der Lage ist, für sich selbst in jedem Augenblick volle Verantwortung zu übernehmen, ist im alten Paradigma auch weitgehend die Notwendigkeit einer richtungsweisenden Regierung in Form einer externalisierten Führung durch Autoritäten im Gegensatz zu einer intuitiven inneren Führung gegeben. (Mehr zu Verantwortung und Freiheit kannst Du in meinem Artikel zum Thema lesen.)
Die unteren Klassen entsprechen der Mehrheit, die Macht konzentriert sich jedoch immer auf ganz wenige Einzelne der obersten Klasse. Soziales Ansehen und materiellen Wohlstand genießen vorwiegend nur die höheren Gesellschaftsschichten.
Dieses System wird auch, entsprechend dem kosmischen Entsprechungsgesetz "wie oben, so unten", in jedem einzelnen Menschen innerhalb der Pyramide widergespiegelt. Der Verstand -die "obere Klasse", hat die Führung und die Herrschaft über den Körper als "die untere Klasse", der Körper wird allgemein als weniger wertvoll (z.B.: "tierisch") als der Verstand gesehen und diesem durch Verstandeskontrolle untergeordnet.
Die Weltordnung der Pyramide ist ein patriarchalisches System. Durch ihre einseitig auf Dominanz, Expansion, Herrschaft und Tatkraft ausgerichtete Weltanschauung fördert sie Aggression und Konkurrenz unter den Menschen. Hingabe und Liebe zu den Mitgeschöpfen, der weibliche Pol, wird dagegen tendenziell eher vernachlässigt und verdrängt. Es gilt das Recht des Stärkeren.
Frauen und das Weibliche Allgemein sind im alten Paradigma weltweit gesehen eher unterdrückt bzw. beherrscht. (Mehr zu dem Thema Männlichkeit und Weiblichkeit unter diesem Link...).
2. Extrem asymmetrische Verteilung von Macht und Besitz
Im System der Pyramide ist die menschliche Gesellschaft stark hierarchisch organisiert. An der Spitze stehen immer nur sehr wenige Personen, die gleichzeitig fast alle Macht und den allergrößten Teil des Besitzes und der politischen Macht auf sich konzentrieren.
Während die Elite in einem kaum vorstellbaren absoluten Überfluss lebt, gebildet ist und die Kontrolle ausübt, kämpft der Großteil der Menschen, die Basis der Pyramide, gleichzeitig hart um das bloße tägliche physische Überleben und kann sich kaum kreativ entfalten.
Beispiel: Verteilung des Besitzes in der Welt
Diese Fakten können für die heutige Zeit statistisch eindeutig belegt werden. Etwa 1% der Weltbevölkerung kontrollierte im Jahr 2010 ca. 40% des weltweiten Vermögens. Die reichsten 10% kontrollieren 85% des Weltvermögens. 50% der Weltbevölkerung lebt mit täglich weniger als 2 US-$ am Tag, 20% mit weniger als 1 Dollar1.
Beispiel: Verteilung der Macht in der Welt
Die reichen Länder wie die USA, Deutschland oder andere Industrieländer sind auch gleichzeitig die mächtigsten Länder. Sie sind vor allem im Hinblick auf ihre kleine Bevölkerungsgröße sehr einflussreich. Auf allen Gebieten, Wirtschaft, Militär, Wissenschaft, Sport etc. finden wir die reichsten Länder auf Spitzenpositionen.
Wenn man die Macht der Industrienationen ins Verhältnis zu ihrer Bevölkerung setzt, wird auch hier die Asymmetrie deutlich. Sehr wenige Menschen besitzen einen relativ großen Einfluss bzw. ein relativ großes Tatvermögen.
3.1. Die Pyramidenstruktur existiert auch innerhalb der führenden Nationen
Die mächtigen und reichen Nationen behandeln nach meiner Meinung als Gesamtheit die armen Entwicklungsländer im alten System noch nicht als gleichberechtigte Partner. Verhandlungen und Verträge werden eher von Profit- und Machtinteressen bestimmt und die Menschlichkeit steht noch an zweiter Stelle.
Wir haben die Zeiten des offenkundigen Imperialismus und Kolonialismus ganzer Nationen seit Ende des zweiten Weltkrieges hinter uns gelassen. Dennoch existiert das alte, ausbeuterische System dadurch nach wie vor indirekt in Form eines "Geldimperalismus" weiter und schränkt die Selbstentfaltung der armen Völker ein.
Gleichzeitig existiert die Pyramide natürlich auch innerhalb der reichen und mächtigen Länder. Auch innerhalb der Industrienationen finden wir die gleiche Besitz- und Machtverteilung wie auch im größeren Maßstab auf der globalen Ebene. Auch an daran lässt sich wieder die Gültigkeit des kosmischen Entsprechungsgesetzes "Wie oben, so unten" gut sehen.
Nach einer Studie der Hans Böckler Stiftung vom Januar 20092, besitzen z.B.: 1% der Menschen in Deutschland knapp 23% des Gesamtvermögens, während die ärmsten 70% nur 9% besitzen. Die Tendenz über die Zeit geht dabei sowohl auf globaler wie nationaler Ebene zu immer größerer werdenden Besitzkonzentrationen auf wenige Personen, d.h. der bestehende Trend ist in Begriff, sich noch zu verstärken.
3.2. Die Pyramidenstruktur in den Familien
Die Pyramide spiegelt sich natürlich auch in unseren Familiensystemen und unserem menschlich-körperlichen System wieder. In der Familie gibt es häufig die Dominanz einer Einzelperson, bedingt durch ihre körperliche oder physische Stärke. Das ist häufig der Vater, entsprechend dem Konzept des Patriarchats.
Die Dominanz wirkt sich in der Einschränkung der Entwicklungsfreiheit der schwächeren Familienmitglieder aus. Sie müssen ihr Leben häufig entsprechend der durch das Familienoberhaupt vorgegebenen Lebensrichtlinien hin ausrichten9. Diese Richtlinien bzw. Verstandesideale empfängt das Familienoberhaupt sehr häufig -von außen- von der ihm übergeordneten Ebene der Pyramide, der Gesellschaft.
In einigen Entwicklungsländern kann die Dominanz einer Einzelperson so groß sein, dass die Launen des Familienoberhauptes auch über Leben und Tod von Familienmitgliedern entscheiden können.
Geringe Formen der Bevormundung können die Wahl des Berufes, des Ehepartners, des gesellschaftlichen Umgangs, erlaubten Ausgeh- orten und Zeiten der untergeordneten Familienmitglieder usw. sein.
3.3 Die Pyramidenstruktur innerhalb des einzelnen Menschen
Beim Einzelmenschen innerhalb des Pyramidenparadigmas herrscht der Verstand dominierend vor. Körper, Intuition und Seele folgen nachrangig.
Der Mensch ist dadurch kopflastig, mental, idealistisch und teilweise fanatisch. Alles wird nach vor-gestellten Idealen hin ausgerichtet.
Der Versuch besser zu sein, gemäß einer Vor-Stellung, sorgt für ständige Anspannung im Körper und im Geist. Man kann sich selbst niemals annehmen, so wie man gerade jetzt ist, denn immer ist etwas "besseres" vorstellbar.
Man vergleicht sich ständig mit den anderen, ob sie nicht besser der "Vorstellung vom Besten" entsprechen als man selbst.
Alle Menschen werden nicht als Partner mit bewundernswerter Individualität und Schönheit gesehen, sondern als Konkurrenten bzw. als Objekte, um die "eigenen Ziele" zu erreichen.
Man ist eingeschränkt und tendiert durch die Fixierung auf verstandesbestimmte Ziele dazu, die eigene Individualität nicht wahrzunehmen und zu verdrängen. Das Leben wird zum Kampf.
Die Fähigkeit zur Muße und Entspannung, die Quelle der Kreativität, geht zunehmend zu Lasten eines ständigen Aktivismus hin verloren.
Man wird durch den Verlust des Kontaktes zum eigenen Herzen allmählich auch sozial immer unfähiger zu Freundschaft und Beziehungen und vereinsamt immer mehr in einer vorgestellten und rein subjektiven Welt. Dies können wir zunehmend in den westlichen Gesellschaften beobachten, in denen die Einpersonenhaushalte immer mehr zunehmen.
Durch die Überbetonung des Mentalen auf der einen Seite und der Abwertung des Seelischen und des Körperlichen auf der anderen Seite kommt es häufig zur Entstehung von Krankheiten und Disharmonien, wie z.B.: Burnout, Verspannungen und auch viele schlimmere Krankheiten. Spirituelle Buchautoren sehen sogar moderne Zivilisationskrankheiten wie Krebs im Zusammenhang mit der Zunehmenden Fixierung der Menschen auf das Ego8.
4. Die menschliche Gesellschaft im System der Pyramide
4.1 Verknüpfung von Macht mit Besitz, Recht des Stärkeren
Politischer Einfluss und wirtschaftliche Macht sind im gegenwärtigen System sehr eng miteinander verknüpft.
Die Mächtigen tendieren in einer patriarchalischen Weltordnung dazu, die eigenen Interessen oft zum Schaden bzw. Nachteil der Schwächeren durchzusetzen. Das sogenannte "Recht des Stärkeren" wird hier auf allen Ebenen der Menschheit praktiziert: Vom Staatenverbund als oberste Gemeinschaft, über die Wirtschafts- und Arbeitswelt, über Schulen und Bildungseinrichtungen bis hinunter in die Familien. Beispiele sind unfaire protektionistische Maßnahmen im Welthandel oder politischer Druck über Sanktionen, Handel und Militär auf der höchsten Ebene und z.B. physische oder psychische Gewalt auf der Ebene der Familien.
Die Verflechtung von Macht und Besitz zieht sich ebenfalls durch alle Ebenen. Auch innerhalb der einzelnen Nationen haben wiederum einzelne einflussreiche und reiche Privatpersonen und Konzerne den größten Einfluss auf die Politik des Landes. Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden sind meistens dominierende bzw. Einflussreiche Einzelpersonen. In den Familien sind Männer als die Stärkeren die Familienoberhäupter.
Das alte Paradigma ist eine patriarchalische Klassengesellschaft, die auf Macht und Besitz als ihre Haupttragsäulen aufbaut.
Eine Betrachtung der einzelnen Klassen innerhalb der Pyramide offenbart uns, dass der Grad an Besitz gleichwohl den Rang, und damit hier indirekt die Identität, definiert und umgekehrt. In gewisser Weise steht an höchster Stelle der Pyramide also die Materie an sich und die ganze Menschheit ist dabei nur immer der Diener des Materiellen...
[Grafik: Kapitalpyramide]
4.2 Der Einzelne tendiert dazu, zu versuchen in der Pyramidenhierarchie "nach oben" zu kommen
Im System der Pyramide streben die meisten Individuum bewusst oder unbewusst danach in der Pyramidenhierarchie nach oben zu steigen.
Die Hierarchie ist hierbei ein reines Gedankenkonstrukt, wobei man sich selbst gedanklich nach materiell messbaren Kriterien (z.B. Besitz, Titel, Blutlinie, etc.) vergleicht und einordnet.
Da die Mehrheit der Menschheit gleichartig denkt, werden diese Vergleichsmodelle auch sozial akzeptiert. Jeder ordnet sich in das Gedankenkonstrukt ein. Dadurch wird die Gesellschaft geschaffen.
Jeder strebt nach An-Erkennung seines Statutes (=seinem "Rang", d.h. seiner Identität, im kollektivem Gedankenkonstrukt) von und durch die anderen.
Da aber immer nur einer der Beste sein bzw. in der Pyramide oben stehen kann, besteht beständiger Konkurrenzdruck unter den Menschen und dadurch auch natürlich eine latente Aggressivität.
Die Gesellschaft ist klar definiert. Im sozialen Wettlauf gibt es Gewinner und Verlierer entsprechend dem sozial akzeptierten Gedankenkonstrukt.
Im kollektivem Wettlauf um die Anerkennung durch die anderen, kommt der Einzelne niemals zur Ruhe, denn er ist ständig beschäftigt damit, noch weiter "nach oben" zu kommen bzw. seinen bereits erreichten Status "nach unten" hin zu verteidigen.
Auch die "Verlierer" des Systems erzeugen durch ihre Geisteshaltung die Pyramidenstruktur ständig auf das neue. Wer in sich den Wunsch trägt "oben" in der Hierarchie zu stehen, ist nicht bereit das Gesamtkonstrukt fallen zu lassen. Das gilt selbst wenn man selbst an der untersten Leiter der Pyramide steht. Schließlich will man ja genau zu demjenigen Menschen werden, der einen z.B. jetzt gerade dominiert.
Im Verstand muss es, wenn es ein "oben" gibt, immer auch ein "unten" geben, denn der Verstand arbeitet polar, d.h. mit Gegensatzpaaren. Der einzige Weg hinaus, besteht darin, "oben" und "unten" gleichzeitig fallen zu lassen und damit vom Verstand ins Herz zu "springen".
Das ist nicht leicht, denn Wünsche wie andere zu dominieren, zu beherrschen und die Regeln für andere aufzustellen zur Erfüllung der eigenen Bedürfnisse usw. sind fast immer mit der autokratischen Pyramidenstruktur verknüpft.
In der formlosen Authentizität unserer Seele gibt es keine "besseren" oder "schlechteren" Menschen mehr, auch wenn die äußere Tätigkeit verschieden sein mag. Man sieht im neuen Bewusstsein nur noch die unvergleichbare und einmalige Individualität.
4.3 Materialismus und Selbstdefinition als und innerhalb der Materie
Auffällig ist der extreme Materialismus der Gesellschaftsordnung im alten Paradigma, den für Vergleiche der Menschen nach Art und Umfang muss auch der Vergleichsmassstab wiederum ein zählbarer (=materieller) Sein. Ein Vergleichsmassstab steht im Widerspruch zur Wirklichkeit, der unvergleichbaren Individualität der Seele.
Die Schaffung eines Maßstabes ergibt sich aus dem Wunsch der Gesellschaftsmitglieder, etwas Besonderes nach Art und Umfang -d.h. durch die maximale Aufhäufung von Materiellem bzw. Zählbarem- im Vergleich mit anderen zu sein. Auch jemand, der sich über Kunst, Kultur oder die Reife seiner spirituellen Körper definiert, definiert sich dabei über etwas bereits Geschaffenes, d.h. etwas Materielles!
Durch die gewählte Selbstdefinition als zählbare Materie kommt es natürlich zur Reduktion des Bewusstseins im gleichen Umfang. Das Selbst, Menschen, Tiere und Pflanzen werden nur noch als Sachen betrachtet anstatt als Lebewesen. Diese Reduktion wird auch vom Ego verteidigt, indem jede Erweiterung des Konzeptes von "Wer ich bin" unterdrückt wird. Das gilt für den Einzelnen, sowie auch für die Gesellschaft als Ganzes.
Seelische Impulse werden nun durch das falsche
Selbstbild verzerrt wieder gegeben:
Die Entwicklungstendenz der Seele hin zum Einheitsbewusstsein mit allem Leben,
die Erleuchtung,
wird z.B. durch ein Einheitsgefühl in emotional und mental
gleichgerichteten Menschenmengen befriedigt. So z.B. beim Nationalsozialismus,
Kommunismus oder sogar bei einfachen Sportveranstaltungen wie Fußballspielen, wo
man in der Menge der Zuschauer scheinbar aufgeht.
In der Ansicht der Menschen steht das, was
spirituell gesehen oben steht, eher unten und das, was unten ist, ist
tendenziell eher oben.
Z.B. sind die Zeitungen voll mit Geschichten über Sporthelden, Wirtschaftsbossen
und Prominenten aber eher nicht mit den Errungenschaften einiger Menschen auf
dem Gebiet der überpersönlichen Liebe, harmonischen Gesellschaftsvisionen etc.
Wirtschaftliche und politische Macht und materieller Reichtum werden häufig unreflektiert bewundert, auch wenn sie unlauter erworben wurden oder eingesetzt werden, der Erleuchtungsweg hin zur Wahrheit der All-Liebe wird von vielen dagegen als weltfremd sehr beargwöhnt.
Trotz aller weltlichen Errungenschaften und des bemerkenswerten technologischen Fortschritts der modernen Gesellschaft bleiben die Menschen innerlich ausgehöhlt und sind größtenteils sehr unglücklich.
Um die Lücke in der Seele zu stopfen hat sich die moderne Konsumgesellschaft mit immer neuen äußeren, käuflichen und konsumierbaren Reizen gebildet. Obwohl uns diese äußeren Vergnügen durchaus unterhalten können und schön sind, können sie doch die Freude unseres wahren Selbst nicht ersetzen. Dessen sollten wir uns bewusst sein.
4.4 Fazit: Eine stereotype, unbarmherzige und unkreative Gesellschaft
Von der Ferne aus betrachtet, erreicht die Gesellschaft im alten Paradigma im Großen Bild genau das Gegenteil, als was sie scheinbar dem einzelnen verspricht.
Jeder versucht etwas "Besonderes" zu sein, aber alle sind doch ziemlich gleich. Alle leben annährend das gleiche Leben in der gleichen Abfolge von der Wiege bis zur Bahre. Die Gesellschaft ist unkreativ und grau.
Die Vor-Stellungen, was man im Leben erreichen sollte sind bei allen modernen Menschen sehr klar definiert und gleich, wie z.B. Mit 18 Jahren mache ich den Schulabschluss, dann Uni oder Ausbildung, dann mit Mitte 20 habe ich meinen Job, dann bis spätestens 30 sollte ich meinen Ehepartner haben, dann Haus, Kinder, Vermögen und Ansehen erzielen, nach Abschluss der Arbeit gehe ich in Rente und mache Reisen, wenn es nicht mehr geht ins Altenheim und dann Sterben4.
Wie auf einer Skala messen sich die meisten Menschen ständig, wie gut sie diese Vor-Stellungen von Leben in ihrem eigenen Leben erfüllt haben und vergleichen sich selbst noch zusätzlich laufend dabei mit den Anderen.
Und wenn sie "schlecht" sind und weniger erreicht haben, wenn sie "mit ihren Bauklötzchen das Bild von der Verpackung namens "Leben" nicht so gut nachgebaut haben, wie der Nachbar", leiden sie. Das ist unser Leben, traurig aber wahr...
Diese gleichgeschaltete Ausrichtung der Menschheit unter Ignoranz der Individualität der eigenen persönlichen Seele eines jeden Einzelnen bleibt nicht ohne negative Folgen. Die Entfaltung des Lebens bleibt weit unter ihrem Potential und die Schönheit, die wir in uns tragen und diese kann so auch nicht nach Außen gelangen.
Unsere Energien fließen in die Maximierung "von Außen bzw. von Anderen" gesetzter Ideal-"Vor-Stellungen" anstatt in das eigene, eigentliche Leben.
Durch diese Fehlleitungen der Lebenskräfte entstehen überall Mängel in unserem Leben. Materieller Wohlstand ist ungleich und durch den Kampf aller gegen alle hochgradig ineffizient verteilt und unsere Herzen "trocknen aus" in den endlosen Tretmühlen des immer gleichen Alltags.
Es ist selbstverständlich, dass es in einer Gesellschaft, in der jeder auf Kosten des anderen "an die ( ja nur "vor-gestellte", siehe oben) Spitze" will, nur wenig Liebe unter den Menschen geben kann. Schließlich ist ja in einer solchen Denkweise jeder andere Mensch ein potentieller Konkurrent. Statt Liebe herrscht somit ständig ein unbarmherziger Kampf um Macht und Einfluss in dem es nur wenige "Gewinner" und dafür aber sehr viele Verlierer gibt.
Die Menschheit zeigt, dass sie es bislang nicht geschafft hat, sich über die tierische Stufe des reinen Formbewusstseins hinaus weiterzuentwickeln. Sozialstrukturen aus dem Tierreich5 bestimmen auch heute noch das menschliche Zusammenleben.
Dem Menschen ist von seinem seelischen Entwicklungsauftrag her bestimmt, die tierische Stufe allmählich zu transzendieren, anstatt in ihr zu verharren. Wir sollen der vertikale Ebene des Bewusstseins durch die horizontale Ebene der Materie wirken lassen. Das können wir, wenn wir wirklich ehrlich zu uns selbst sind, auch in unserem Inneren spüren.
5. Das Finanzsystem im alten Paradigma
Das Finanzsystem des alten Paradigmas ist ein sehr interessantes, aber gleichzeitig auch sehr umfangreiches Themengebiet. Es ist eines der wichtigsten Instrumente um die alte Ordnung aufrecht zu erhalten. Es wird gesondert unter diesem Link behandelt.
6. Auswirkungen auf den Planeten Erde insgesamt
Wir wir bereits gesehen haben, ist die menschliche Gesellschaft im System des alten Paradigmas der Pyramide in gegenseitige Kämpfe um Macht, Besitz, Rang und Vorherrschaft verwickelt. Weite Teile der menschlichen Rasse werden an den Rand gedrängt und kämpfen täglich um das bloße Überleben, während eine kleine Elite gleichzeitig in extremen und für unser seelisches Wohlbefinden auch tatsächlich i.d.R. völlig unnötigem Luxus lebt6.
Während die Ursache zahlreicher
Leiden der Menschheit auf der Erde relativ simpel auf diese extrem
ineffiziente Vermögensverteilung zurückzuführen ist (siehe hierzu bitte die Erde-und-Geist-Monatsrundmail vom Januar 2011 zum Thema "Geld
und Spiritualität im neuen Paradigma"), versuchen zeitgenössischen
Politiker, Führer und Wirtschaftskapitäne den scheinbaren Mangel durch immer
mehr Wirtschaftswachstum zu beheben. Ein Trugschluss, denn obwohl sich die
Weltproduktion in den letzten Jahrhunderten enorm vervielfacht hat (von
1500 n.Chr. bis heute ca. um den Faktor 12 pro Kopf), ist
doch der Lebensstandard des allergrößten Teils der Menschheit kaum bzw. nur sehr
unterproportional gestiegen.
Auf der anderen Seite musste die Tier- und Pflanzenwelt der Erde einen hohen Preis bezahlen, um die hohe Produktion und den sehr enormen Rohstoffkonsum der heutigen Menschheit gerecht zu werden. Wir haben heute mit zahlreichen globalen Umweltproblemen zu kämpfen, die erst durch das Aufkommen des Industriezeitalters an Bedeutung gewonnen haben.
Einige Beispiele sind: Die globale Erwärmung, nicht nachhaltiger Verbrauch von Rohstoffen wie Erdöl, Luft- und Wasserverschmutzung, Artensterben, Verödung ganzer Landstriche wegen Regenwaldabholzung und Monokulturbebauung, nukleares Wettrüsten, ökologische Ungleichgewichte durch Einführung ungenügend geprüfter Genpflanzen, Bodenversalzung und Rückgang der fruchtbaren Ackerböden weltweit durch Überdüngung, usw.
7. Zusammenfassung, Bewertung, Beurteilung und Ausblick
Das Paradigma der Pyramide ist ein streng hierarchisches und autoritäres Lebensmodell. Ihm zugrunde liegt die Herrschaft des Verstandes über alle Bereiche des menschlichen Lebens.
Das wahre menschliche Sein, das aus der Seele bzw. dem Herzen kommt, kann sich im alten Paradigma nicht entfalten, da die Regungen der Seele weitgehend vom Verstand unterdrückt werden.
Das Bewusstsein, dass sich als Verstand identifiziert, ist mit der Materie identifiziert, denn der Verstand be-grenzt und ur-teilt. Es sieht nur Formen und ihre Grenze. Jede Grenze, die wir uns setzen und an die wir endgültig glauben, wird unser Herr und Meister.
In letzter Konsequenz herrscht im alten Paradigma die Materie über den Menschen anstatt umgekehrt7.
7.2 Bewertung und Beurteilung:
Das alte Paradigma kennt viele Verliere und von spiritueller Ebene aus gesehen keine Gewinner.
Es basiert auf Furcht und begrenztem Formbewusstsein. Aus diesem Mangelbewusstsein erzeugen wir auch im Außen fortwährend Mangel und Elend.
Die Menschheit befindet sich in einer spirale unendlichen Leids und gegenseitiger Gewalt, die kein Ende zu nehmen scheint.
Menschen kämpfen ständig gegeneinander und gegen die Natur, anstatt gemeinsam zusammen zu arbeiten für eine bessere Welt.
Diejenigen, die in der sozialen Hierarchie der
Menschen ganz oben stehen, können ihre gehobene Stellung nicht wirklich
genießen.
Sie können nie entspannen, den sie kämpfen ständig gegen sich selbst und alle Anderen
um das bei sich zu halten, was sie für so wertvoll glauben. Seelisch-Spirituell
gesehen bleibt man so klein, denn im immerwährendenem Kampf gegen alle Anderen
und sich selbst hat man gar keine Zeit mehr um etwas anderes im Leben außer
Kampf wahrzunehmen.
Insgesamt bleibt die Menschheit weit unter ihren
Möglichkeiten. Anstatt sich wirklich weiterzuentwickeln und einen evolutionären
Sprung nach vorne zu machen, stagniert die Menschheit im formgebundenen
horizontalen tierischen
Bewusstsein.
Eine bessere und schönere Welt wäre möglich, wenn die seelischen Potentiale aller Menschen
eine faire Chance auf Entfaltung hätten.
Die spirituellen Ebenen des Lebens, Unsterblichkeit und die Glückseeligkeit der Heiligen können wir in der menschlichen Form nur erfahren, wenn wir der Liebe in unserem Herzen einen Platz einräumen und selbst aus der Pyramidenstruktur hinaus springen.
Die Welt dagegen kann uns nur profane Dinge geben: Geld, Macht und Anerkennung. Alle diese drei sind vergänglich!
Wenn wir es nicht schaffen sollten, unser wahres spirituelles Wesen zu entdecken und entfalten, droht der auf Konkurrenz und egozentrische Selbstbehauptung fixierten Menschheit langfristig die Selbstzerstörung durch Umweltzerstörung oder einen globalen Vernichtungskrieg, z.B.: mit Atomwaffen.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass vom Verstand her ausgedachte und regelbasierte Systeme als Lebensanleitungen wie z.B. der Kommunismus oder fanatische religiöse Doktrinen, nicht geeignet sind, um die Menschheit zur wirklichen Umkehr auf einen nachhaltigen Pfad zu bewegen.
Die Ursache liegt daher nicht darin, dass wir etwa die falschen moralischen Werte haben, nach der sich die Menschen ausrichten sollen, sondern in einem Mangel an Bewusstsein, wer wir wirklich sind.
Nur durch das Erkennen von sich selbst im anderen Leben als ich selbst, wird wahres Mitgefühl und wahre Menschlichkeit erst möglich.
Wir können das alte Paradigma nur verlassen, wenn wir ein neues Bewusstsein in uns selbst gedeihen lassen. Das kann nicht aktiv, durch die Tätigkeit des Verstandes alleine, geschehen.
Durch Meditation und Selbstbeobachtung kann man bewusster werden und das Konzept von sich selbst erweitern. Dann muss das Erkannte in Leben umgewandelt werden, z.B. durch Aktives tun.
Mutter Natur setzt uns insbesondere in den letzten Jahren sanft unter Druck uns zur Liebe hin zu transformieren. Die Zeit ist günstig, um einen Wandel in sich selbst zuzulassen für eine neue Menschheit.
Fußnoten:
¹ Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit (10.8.2010)
² Quelle:
http://www.boeckler.de/pdf/pm_fofoe_2009_01_21.pdf
³ Zwar gibt es im heutigen Geldsystem die Inflation (=Geldentwertung) als
Ausgleich zum enormen Wertzuwachs im exponentiellen Zinseszinssystem, was jedoch
den Effekt nicht ausreichend bremst um stabil zu sein. Jedes exponentielle
Wachstum ist in einer endlichen Welt letztlich zum scheitern verurteilt.
Selbst wenn wir im Jahr 0 einen Eurocent nur zu 1% Realverzinsung (=Wertzuwachs
nach Inflation) angelegt hätten, wäre daraus heute im Jahr 2010 daraus eine
Summe von rund 4,85 Millionen Euro geworden.
4 Die letzten Stationen der Lebensreise werden
von der Gesellschaft häufig ausgeklammert, da man ihren tieferen Sinn nicht
verstanden hat.
5 Bei Tieren wird das Rudel
bzw. die Gruppe häufig von einem dominanten Alphamännchen oder Alphaweibchen
dominiert. Das Alphatier hat bei der Paarung und bei der Nahrungsaufteilung
Vorrechte. Häufig tötet das Alphatier nach seiner Machtübernahme die Nachkommen
der anderen Männchen oder weiblichen Anführertiere, damit seine Gene die
Vorherrschaft haben. Diese Strukturen existieren in leicht abgewandelter Form
auch bei der heutigen Menschheit, z.B. sichtbar bei der Sexualität und in
Machtstrukturen. Menschen haben im Gegensatz zu den Tieren den
Seelenauftrag, ihre schöpferische Individualität zu entwickeln. Solange man mit
dem tierischen Alphatiermodus identifiziert ist, muss man förmlich
konkurrenzorientiert handeln und ist daher behindert, seine Seele auf die Stufe
der All-Liebe zu heben.
6 Forscher haben herausgefunden, dass materieller Wohlstand unser Lebensglück und unsere Zufriedenheit nur bis zu einem Grad steigern kann. Darüber hinaus gehender Wohlstand macht uns Menschen vermutlich nur glücklich, wenn auch andere Menschen bzw. Lebewesen einen Mehrwert davon haben. Interessant hierzu ist z.B. folgender Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716132,00.html
7 Christliche Mystiker würden in diesem Zusammenhang wohl die alte Weltordnung wahrscheinlich als "Satans Königreich" bezeichnen. Der Mensch wird hier durch seinen Materialismus beherrscht, was seiner niederen tierischen Natur entspricht. Seine wahre Seelennatur bleibt in der Form eingesperrt und kann die tierische Natur nicht liebevoll an der Hand nehmen.
8 Da ich kein Mediziner bin, kann, will ich und darf ich hier keine Diagnosen stellen, das müssen Mediziner tun. Interessant finde ich jedoch Gedankenspiele aus der spirituellen Literatur z.B. zum Thema Krebs: "Eine einzelne Zelle weiß nicht, dass sie nur ein Teil eines größeren Ganzen ist und versucht zulasten des Gesamtorganismus in Disharmonie mit diesem zu wachsen und sich auszudehnen. Gelingt es ihr, so geht sie schließlich zusammen mit dem sterbenden Organismus unter, denn sie IST ein Teil eines größeren Ganzen, auch wenn sie es nicht wahrhaben will."
9 Natürlich
gehören dazu immer zwei Seiten. Niemand kann aus seelischer Sicht wirklich
dominiert werden, wenn er nicht im Bewusstsein auch damit einverstanden ist. Das
besagt das kosmische Gesetz der Anziehung "Wie Innen so Außen"...